Promotionen am Institut für Ethik und Geschichte der Medizin sind aufwendiger als in den meisten anderen Abteilungen, da sie voraussetzen, daß man sich als Arzt mit der Methodik geisteswissenschaftlichen Arbeitens vertraut macht, was erfahrungsgemäß mindestens ein bis zwei zusätzliche Jahre in Anspruch nimmt. Dies gilt insbesondere für medizinhistorische Arbeiten, in etwas geringerem Umfang allerdings auch für medizinethische Promotionen. Wir setzen voraus, dass Promovierende an Lehrveranstaltungen des Instituts teilgenommen haben, zumindest an der ersten Unterrichtseinheit des Querschnittfachs "Geschichte, Theorie, Ethik der Medizin" im Modul 1.1, und mit einer sehr guten Note abgeschlossen haben. Außerdem erwarten wir die Teilnahme an mindestens zwei Seminaren des Instituts einschließlich der Übernahme eines Referats. Die Entscheidung über die Vergabe eines Promotionsthemas fällt in der Regel erst, nachdem der Betreuer Gelegenheit hatte, den Studierenden auf Grund seiner Leistungen in einer Veranstaltung kennenzulernen. Dieser Aufwand kann normalerweise von berufstätigen und nicht in Göttingen und Umgebung lebenden Kandidaten nicht geleistet werden.
Ratsam ist außerdem eine gewisse Leichtigkeit im Verfertigen schriftlicher Texte, die besonders für das geisteswissenschaftliche Argumentieren von großer Bedeutung ist, sollte die Fertigstellung der Arbeit nicht für Doktorvater/-mutter und Doktorand/in zur Qual werden. Bitte haben Sie Verständnis dafür, daß wir uns von diesen Fertigkeiten ein Bild machen wollen, bevor wir Sie als
Doktorandin/Doktoranden akzeptieren. Es ist in Ihrem Interesse. (Eine gute Ärztin/ein guter Arzt können Sie natürlich werden, auch ohne schön schreiben zu können!) Es gibt grundsätzlich die Möglichkeit, auf Themenwünsche eines Doktoranden einzugehen.
Dann sollten diese Themen jedoch möglichst im Arbeitsgebiet des Doktorvaters/der Doktormutter (s. unten bzw. Homepage des Instituts) liegen. Ratsamer ist es, das Thema vom Betreuer festsetzen zu lassen, da nur dann eine Gewähr übernommen werden kann, daß die gestellte Aufgabe auch in einer realistischen Zeit zu bewältigen ist und zu einem angemessenen
wissenschaftlichen Ergebnis führen kann.
Es gilt zu bedenken, daß die beste Note (summa cum laude) leichter in experimentellen Fächern zu erreichen ist. Sollte man wegen einer erstrebten wissenschaftlichen Karriere auf eine hervorragende Note angewiesen sein, müßte dies möglichst vorausschauend geplant werden. Gute Noten werden auch erfahrungsgemäß leichter für empirische Arbeiten vergeben.
Planen Sie für die Abfassung der Doktorarbeit möglichst einige von sonstigen Verpflichtungen freie Monate ein. Die eigene Denk- und Arbeitsweise in den Geisteswissenschaften verlangt Zeit und einen möglichst freien Kopf. Das läßt sich meist nur während des Studiums einrichten. Eine medizinhistorische oder medizinethische Doktorarbeit kann man nicht neben den Anforderungen des Praktischen Jahrs oder sonstiger ärztlicher Tätigkeit erledigen. Dann bleiben die Arbeiten erfahrungsgemäß auf unbestimmte Zeit liegen. Sollten Sie Interesse haben und die entsprechende Zeit aufwenden können, bitten wir Sie, sich bei einem der Professorinnen oder Professoren zu melden bzw. im nächsten Semester an den Lehrveranstaltungen des Instituts teilzunehmen.
Die Doktorandenausbildung am Institut für Ethik und Geschichte der Medizin beinhaltet (gültig ab dem WS 2011):