Institut für Ethik und Geschichte der Medizin
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Publikationen zum Thema Bioethik und Film:

Wöhlke, S., Hansen, S.L., Schicktanz, S.: Themenheft der Zeitschrift Ethik in der Medizin (1/2015): Bioethik im Film. Potentiale, Methoden, Anwendungsfelder http://www.springermedizin.de/ethik-in-der-medizin-2015-01/5571854.html

Hierin enthalten:

Sabine Wöhlke, Solveig Lena Hansen, & Silke Schicktanz (2015): Nachdenken im Kinosessel? Bioethische Reflexion durch Filme als eine neue Möglichkeit der Diskussion von Standpunkten und Betroffenheit. In: Sabine Wöhlke, Solveig Lena Hansen, & Silke Schicktanz (Hrsg.): Themenheft Ethik in der Medizin [online first; print 3/2015], S. 1-9.. http://www.springermedizin.de/ethik-in-der-medizin-2015-01/5571854.html

Solveig Lena Hansen & Sabine Wöhlke (2015): „Wir wissen es alle, nur sprechen wir es nie aus.“ Institutionalisierte Uninformiertheit als Bedingung von Vulnerabilität beim Klonen und Organspende in Never Let Me Go. In: Sabine Wöhlke, Solveig Lena Hansen, & Silke Schicktanz (Hrsg.): Themenheft Ethik in der Medizin [online first; print 3/2015], S. 23-35. http://www.springermedizin.de/ethik-in-der-medizin-2015-01/5571854.html

Schweda, M., Frebel, L. (2015): Wie ist es, dement zu sein? Epitemiologische Probleme und filmäthetische Lösungsperspektiven in der Demenzethik. In: Sabine Wöhlke, Solveig Lena Hansen, & Silke Schicktanz (Hrsg.): Themenheft Ethik in der Medizin [online first; print 3/2015], S. 47-59. http://www.springermedizin.de/ethik-in-der-medizin-2015-01/5571854.html

Solveig Lena Hansen; Sabine Wöhlke (2014): Movies, ready for an ethical debate? Die Göttinger Filmreihe “Komplexe Konflikte” als Diskurs über medizinethische Themen. In: Soziale Technik, 1, S. 5?7.

Unsere ethische Filmreihe "Komplexe Konflikte"

Pressemitteilung: Preis des Stiftungsrates der Universität Göttingen geht an Solveig Lena Hansen und Sabine Wöhlke (6.12.2013)

Die Medizinethikerinnen und Kulturwissenschaftlerinnen Solveig Lena Hansen und Sabine Wöhlke vom Institut für Ethik und Geschichte der Medizin der Universitätsmedizin Göttingen erhalten den Preis  des Stiftungsrates der Universität Göttingen 2013. In der Kategorie „Wissenschaft und Öffentlichkeit“ werden sie für die Konzeption, Organisation und Koordination der Kinoreihe „Komplexe Konflikte. Bioethik im Film und in öffentlichen Diskursen“ ausgezeichnet, die in Kooperation mit dem Göttinger Programmkino Lumière von Januar 2012 bis März 2013 stattgefunden hatte.

Der Preis des Stiftungsrates wird seit 2008 vergeben und ist mit 2500 Euro dotiert. Der Stiftungsrat der Universität Göttingen möchte mit dem Förderpreis der Kategorie „Wissenschaft und Öffentlichkeit“ Initiativen unterstützen, die der Öffentlichkeit neue Erkenntnisse und das Verständnis für wissenschaftliche Arbeitsprozesse vermitteln. Eine weitere Aufgabe sieht der Stiftungsrat in der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. In der Begründung  strich der Vorsitzende des Stiftungsrates Prof. Dr. Wilhelm Krull heraus, dass Hansen und Wöhlke über das Medium des Films ein neues Format der Wissenschaftskommunikation gefunden haben, um aktuelle wissenschaftliche Themen und Erkenntnisse in vorbildlicher Weise einer breiten Öffentlichkeit nahe zu bringen. Ziel war es, der Medizinethik neue Möglichkeiten zu erschließen, komplizierte akademische Themen auf einer breiten gesellschaftlichen Basis zu debattieren.

Für Hansen und Wöhlke stellt das Kino einen idealen Ort dar, einen verbesserten Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zu führen. Diese Prozesse werden die beiden Doktorandinnen wiederum wissenschaftlich reflektieren: Im Jahr 2015 wird das von ihnen initiierte Themenheft  „Bioethik im Kino“ in der wichtigsten deutschsprachigen Medizinethik-Zeitschrift „Ethik in der Medizin“ im Springer-Verlag erscheinen.

http://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?cid=4650

Bioethik im Film Vol II: Ethic‘s anatomy (2015)

Eine Filmreihe initiiert von dem Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Göttingen in Kooperation mit der Universitätsmedizin und dem Kino Lumière

Als ‚Anatomie‘ wird der Aufbau des menschlichen Körpers bezeichnet. Auch wenn nur wenige Medizintechniken direkt in diese Anatomie eingreifen, so betreffen doch alle den menschlichen Körper. Die Bioethik setzt sich mit der Bewertung von Eingriffen in den Körper und ihren Folgen auseinander. Dabei kommen verschiedene, oft schwer zu vereinbarende Maßstäbe in den Blick: die individuelle Selbstbestimmung, aber auch das ärztliche Berufsethos sowie gesellschaftliche Chancen und Risiken. Hier haben bioethische Konflikte über den Umgang mit dem menschlichen Körper zugleich eine ganz eigene ‚moralische Anatomie‘, indem das Für und Wider eines Eingriffs sorgfältig abgewogen wird. Diese Eingriffe werden jedoch nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch in der Familie, in Selbsthilfegruppen und den Medien diskutiert. Die Filmreihe Ethics’ Anatomy beschäftigt sich mit diesen Diskussionsformen und der „moralischen Anatomie“ von Biotechnologien. Die gezeigten Spiel- und Dokumentarfilme bieten einen Zugang zur Erörterung bioethischer Fragen, die letztlich uns alle angehen. Sie sollen die Bioethik für einen gesellschaftlichen Dialog öffnen, der BürgerInnen, Betroffene und PatientInnen einbezieht. Die Filmreihe ist eine Fortsetzung der von uns initiierten Filmreihe Komplexe Konflikte – Bioethik im Film und in öffentlichen Diskursen, die 2012/2013 durchgeführt wurde und 2013 mit dem Preis des Stiftungsrates der Universität Göttingen ausgezeichnet wurde. In beiden Reihen wurden Filme diskutiert, deren Themen nicht nur die theoretische Wissenschaft betreffen, sondern sich immer auch auf die konkrete Lebensrealität von Menschen beziehen.

Komplexe Konflikte

Bioethik im Film und in öffentlichen Diskursen

Eine Filmreihe in Göttingen initiiert von der
des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin, Göttingen

in Kooperation mit dem

Lumière

Die Thematisierung von bioethischen Fragestellungen in Spielfilmen bietet eine  spannende Auseinandersetzung mit den - oft ambivalenten -  Folgen einer zunehmenden Technisierung unserer Lebenswelt. Auch wenn manche Geschichten als ‚unwahrscheinlich? angesehen werden, kann die Überzeichnung realer moralischer, gesellschaftlicher und rechtlicher Fragen dem kritischen Reflektieren von Biotechnologien dienen. Zentrale Themen dieser Spielfilme berühren nämlich stets real wichtige Konflikte wie Selbstbestimmung und soziale Kontrolle, Identitätsbestimmung und -wandel oder ärztliches Ethos und Missbrauch von Forschung. So können wir anhand der erzählten Geschichten beispielsweise fragen: 

  • Wie ist das Verhältnis von Ärztin/Arzt und Patient(in) zu bestimmen?
  • Sind alle Entscheidungen, die Patient(innen) im Zusammenhang mit Therapien treffen, auch stets informierte und freiwillige Entscheidungen?
  • Welche Rolle spielen Fragen der Identität, der Familienzugehörigkeit oder des Geschlechts bei medizinischen Entscheidungen?
  • Gibt es universelle ethische Normen im Bereich der Medizin, oder sind diese stets auch in kulturellen und historischen Kontexten zu betrachten?
  • (Wie) instrumentalisiert Forschung und Therapie Patient(innen) und ihre Körper?
  • Welche Rolle spielt die Medizin als Forschung und Therapie für gesellschaftlich-soziale Vorstellungen vom Menschen und seinen Verbesserungsmöglichkeiten?
  • Wessen Interessen werden bei ethischen und rechtlichen Entscheidungen im Bereich der Medizin (nicht) berücksichtigt?

In den ausgewählten Spielfilmen werden Themen wie Reproduktionsmedizin, Organtransplantation und Sterbehilfe sowie der Umgang mit Behinderung und Alter behandelt. Diese  betreffen hier nicht nur die theoretische Wissenschaft, sondern beziehen sich immer auch auf die konkrete Lebensrealität von Menschen.
 
Die Filmreihe Komplexe Konflikte will bioethische Themen vor allem mit der interessierten Öffentlichkeit diskutieren. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung Ethik und Geschichte der Medizin haben hierfür Filme ausgewählt, die aktuelle Themen und Kontroversen aufgreifen.
 

 

Das jeweilige Rahmenprogramm reichte von Einführungsreferaten vor dem Film über Expertengespräche bis hin zu Podiumsdiskussionen nach dem Film. 

Dr. phil. Sabine Wöhlke, M.A. & Solveig Lena Hansen, M.A.