Institut für Ethik und Geschichte der Medizin
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Call for Medical Doctoral Thesis

Timing Fertility - Eine vergleichende Analyse des Zusammenhangs von Zeitkonstruktionen und „Social Freezing“ in Deutschland und Israel


Ansprechpartner:

PI: Dr. Nitzan Rimon-Zarfaty
nitzan.rimon-zarfaty(at)medizin.uni-goettingen.de

Supervisor: Prof. Dr. Silke Schicktanz
silke.schicktanz(at)medizin.uni-goettingen.de

Doktorandin: Lisa-Katharina Sismuth
l.sismuth(at)stud.uni-goettingen.de

Laufzeit:

Phase I: August 2016 bis Januar 2018

Finanzierung
: Minerva-Stiftung; Post-Doctoral Fellowship

Phase II: Februar 2018 bis Januar 2020

Finanzierung: The Marie Sklodowska-Curie Individual-Fellowship, Horizon 2020 research and innovation program, the European Commission [grant agreement No. 749889]

Projekt-Zusammenfassung:

Durch den technischen Fortschritt wurde das “Freezing” von Keimzellen in der Reproduktionsmedizin möglich: Frauen haben die Möglichkeit, ihre Eizellen zu kryokonservieren, um ihre Fruchtbarkeit zu verlängern. Dieses Verfahren ist bekannt als sog. “social egg freezing“ (SEF). Es hat sowohl eine bioethische als auch eine öffentliche Debatte über soziale und ethische Implikationen ausgelöst. Die sozio-empirische Untersuchung dieses Forschungsprojektes analysiert das “Freezing“ in einem breiteren Zusammenhang. Dies geschieht aus der Perspektive einer “Soziologie der Zeit”.

SEF ist eine Technologie, die es Frauen ermöglicht, sich unabhängig von ihrer biologischen Grenze zu reproduzieren. In Hinblick auf diese biographische Perspektive ist das Einfrieren von Eizellen ein interessantes Paradigma. An ihm lässt sich zeigen, wie die modernen Lebenswissenschaften Konzepte von Zeit, Zeitpunkten und Planung beeinflussen können (beispielsweise im Zusammenhang mit Entscheidungen, die die Familie und Reproduktion betreffen, sowie die arbeitsbedingte Einteilung der eigenen Zeit).

Die Untersuchung zielt darauf ab, das Wechselspiel zwischen Kultur und Bioethik in einer interdisziplinären und empirischen Weise zu untersuchen. Der Fokus liegt dabei auf einer doppelt-vergleichenden Analyse: Experten- und Laienperspektiven einerseits, sowie ein Kulturvergleich zwischen Deutschland und Israel andererseits. Dieser interkulturelle Vergleich ist vor allem interessant, weil der deutsche Regulierungs- und Rechtsrahmen bzgl. neuer Reproduktionstechnologien eher restriktiv ist, wohingegen sich die israelische Regelung als extrem permissiv gezeigt hat.

Das laufende Projekt beinhaltet zwei empirische Hauptphasen:

Phase 1:  August 2016 bis Januar 2018: qualitative halb-strukturierte Interviews mit deutschen und israelischen Experten sowie eine Archiv-Analyse für die Schaffung eines interkulturellen Forschungsrahmens.

Phase 2: Februar 2018 bis Januar 2020: qualitative, halb-strukturierte Interviews mit Nutzern des “social egg freezing” und die Analyse ihrer Internetforen.

Forschungsziele:

(a) Detaillierte empirische Analyse von Zeit im Zusammenhang mit der Reproduktionsmedizin

(b) Eine doppelt-vergleichende Analyse des “social egg freezing” durch zwei Kulturen sowie Experten und Laien

(c) Theoretisierung der zeitlichen Dimensionen von Zusammenhängen zwischen Reproduktion, Arbeit und Geschlecht

 

 


This project has received funding from the European Union’s Horizon 2020 research and innovation programme under the Marie Sklodowska-Curie grant agreement No. 749889.